72 Bilder, 10 Jahre, 1 Mission: Street Photography mit Seele und Tiefe
© Jens Krauer
Street-Fotograf Jens Krauer spricht über zehn Jahre Fotografie im urbanen Raum – und verrät, warum er seine besten Bilder erst jetzt zeigt. Es geht um Geduld statt Klickzahlen in Social Media, um die Kunst des genauen Hinsehens und um Fotografie als meditativen Prozess. Jens teilt nicht nur seine Erfahrungen mit dem eigenen Bildband „In Plain Sight“, sondern auch praktische Tipps zur Bildgestaltung, zum „Street Zen“ und zur Frage, wie man fotografisch wirklich etwas erzählen kann.
Was passiert, wenn man zehn Jahre lang mit der Kamera durch Städte wie New York, Istanbul oder Kiew streift – und die besten Bilder erst ganz am Ende zeigt?
In dieser Folge spricht Street-Fotograf Jens Krauer über sein neues Buch “In Plain Sight”*, seine fotografische Philosophie und darüber, warum er sich vom schnellen Rhythmus der sozialen Medien ganz bewusst verabschiedet hat.
Es geht um Fotografie mit einer starken eigenen Bildsprache, um die Tiefe im scheinbar Alltäglichen – und um die Kunst, wirklich hinzuschauen.
Dich erwartet ein Gespräch über das Leben auf der Straße – im fotografischen und im übertragenen Sinne.
Jens nimmt dich mit auf seine persönliche Reise: Von den Anfängen als Street Artist über die Jahre als Fotograf in Großstädten auf der ganzen Welt bis zur Veröffentlichung eines Buchs, das nicht nur seine besten Bilder zeigt, sondern auch seine Haltung zur Fotografie widerspiegelt.
Dabei geht es nicht um Kameras und Technik – sondern vor allem um Fragen wie:
Was macht ein gutes Bild wirklich aus?
Wie findest Du Deine eigene fotografische Stimme?
Und warum lohnt es sich, Geduld zu haben?
Im Laufe des Gesprächs erzählt Jens, wie er über Jahre hinweg einen persönlichen „100-Bilder-Ordner“ gepflegt hat, in dem er seine stärksten Arbeiten sammelte – immer mit dem Ziel, eines Tages ein Buch daraus zu machen.
Viele der Aufnahmen wurden vorher noch nie veröffentlicht.
Für ihn war klar: Nicht jedes Bild muss sofort ins Netz. Gute Bilder dürfen wachsen.
Auch über seine Arbeitsweise auf der Straße spricht er offen: Statt spontaner Schnappschüsse geht es ihm darum, Situationen zu beobachten, zu antizipieren und gezielt zu komponieren.
Orte mit Potenzial erkennt er durch Licht, Geometrie und Stimmung.
Dann heißt es: warten.
Immer auf der Suche nach dem einen Moment, in dem sich alles zusammenfügt – Mensch, Umgebung, Emotion.
Jens teilt in diesem Gespräch zahlreiche persönliche Tipps für gute Streetfotografie – darunter auch seine klare Haltung zur Technik: Keep it simple!
Eine Kamera, eine Linse, mehr braucht es oft nicht.
Was zählt, ist der Blick. Und die Ausdauer, immer wieder loszuziehen, auch wenn scheinbar nichts passiert.
Er beschreibt seine Herangehensweise als eine Art „Street Zen“ – ein meditativer Zustand, in den man durch Wiederholung, Achtsamkeit und Präsenz kommt.
Fotografieren wird so zum Prozess der Selbstbegegnung.
Und seine Bilder? Die sollen Geschichten erzählen – aber nicht zu laut.
Der Betrachter soll selbst hineinfinden, weiterdenken, fühlen.
Auch das Buch “In Plain Sight” (Kehrer-Verlag) spiegelt diese Haltung wider.
Es beginnt ohne Text, führt Dich direkt in die Bildwelt, lässt Raum für eigene Interpretation.
Die Gestaltung ist minimalistisch, fast filmisch.
Jens wollte, dass jedes Bild wie ein „Standbild aus einem Film, den es nie gab“ wirkt. Und genau das ist gelungen.
Zum Ende des Gesprächs wirft Jens noch einen Blick nach vorne: Die Reise geht weiter.
Street Photography bleibt sein Herzstück, aber auch Dokumentarprojekte – etwa in der Ukraine – nehmen mehr Raum ein.
Sein Buch ist für ihn kein Abschluss, sondern ein Meilenstein. Ein Kapitel von vielen.
Wenn Du Dich für Fotografie interessierst, die nicht laut ist, sondern tief, nicht für Likes gemacht, sondern für Geschichten – dann ist dieses Gespräch genau das Richtige für dich.
Es zeigt, wie viel mehr Fotografie sein kann: Beobachtung, Begegnung, Ausdruck
Ein Gespräch für alle, die mit Herz, Auge und einer starken eigenen Bildsprache fotografieren wollen.
Über Jens Krauer
Jens Krauer ist ein Schweizer Fotograf mit Fokus auf dokumentarischer Street Photography und visueller Erzählung im urbanen Raum.
Geboren in Zürich, führte ihn sein Weg nicht direkt in die Fotografie – sondern zunächst durch andere kreative Felder.
Seine ersten Ausdrucksformen fand er in der Graffiti-Kultur.
Später arbeitete er über ein Jahrzehnt lang im Eventbereich sowie beim Europäischen Fußballverband. Die Fotografie entdeckte er ab 2012 als seine eigentliche Berufung – und kehrte damit symbolisch „zurück auf die Straße“.
Seine Bilder sind geprägt von einem starken humanistischen Blick, minimalistischer Ästhetik und dem Streben nach emotionaler Tiefe. Dabei interessiert ihn weniger das Spektakuläre als das, was im Alltag übersehen wird. Seine Kamera ist für ihn kein technisches Statussymbol, sondern ein Werkzeug zur Beobachtung, zum Erzählen und zum Verstehen.
Du fragst, wir antworten
Im Podcast sollst du zu Wort kommen!
Hast du Fragen, spannende Themen oder einfach Gedanken, die du schon immer mal loswerden wolltest? Dann schreib uns!
Unser Q&A-Format lebt von deinen Beiträgen – und wir freuen uns riesig, deine Fragen zu beantworten.
Egal, ob du Tipps brauchst, neugierig auf unsere Meinungen bist oder einfach eine lustige Anekdote erzählen möchtest – dein Feedback ist herzlich willkommen!
Schick uns deine Fragen & Feedback per Mail an: mail@abenteuer-reportagefotografie.de und sei Teil einer unserer nächsten Folgen.
Keine Frage ist zu klein, zu groß oder zu verrückt – wir freuen uns auf deine Ideen!
Unterstützung von GATE7, dem Podcast von “Abenteuer Reportagefotografie
*Bei einigen der Links auf dieser Website handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Wenn du die verlinkten Produkte kaufst, nachdem du auf den Link geklickt hast, erhalte ich eine kleine Provision direkt vom Händler dafür. Du zahlst bei deinem Einkauf nicht mehr als sonst, hilfst mir aber dabei, diese Webseite für dich weiter zu betreiben. Ich freue mich, wenn ich dir Inspiration für deine Kamera-Abenteuer biete.
Falls du Danke sagen möchtest, kannst du mir per PayPal eine Spende zukommen lassen. Oder du schaust auf meiner Amazon-Wunschliste vorbei. Dort habe ich Dinge hinterlegt, mit denen du mir eine Riesenfreude machen würdest.
Herzlichen Dank für deine Unterstützung!